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	<title>Forum Kommunalrecht &#187; Ausschuss</title>
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	<description>Kommunalrechtliche Themen werden angesprochen - insbesondere für Remscheid, Solingen und Wuppertal!</description>
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		<title>Noch einmal zur Nichtigkeit eines Bebauungsplans bei Bestehen eines Mitwirkungsverbotes</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 08:36:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sönke Nippel</dc:creator>
				<category><![CDATA[kommunalrechtliche Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Ausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[Befangenheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Das OVG Koblenz f&#252;hrt in einem Urteil vom 28. Januar 2008 (1 C 10634/07) aus, dass ein Bebauungsplan im Einzelfall nicht schon deshalb aus formellen Gr&#252;nden nichtig ist, weil im Verfahren zu seiner Aufstellung ausgeschlossene Gemeinderatsmitglieder mitgewirkt haben (1. Leitsatz). Dem lag der Sachverhalt zugrunde, dass die Gemeinde im Mai 2006 beschloss, einen Bebauungsplan aufzustellen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das OVG Koblenz f&uuml;hrt in einem Urteil vom 28. Januar 2008 (1 C 10634/07) aus, dass ein Bebauungsplan im Einzelfall nicht schon deshalb aus formellen Gr&uuml;nden nichtig ist, weil im Verfahren zu seiner Aufstellung ausgeschlossene Gemeinderatsmitglieder mitgewirkt haben (1. Leitsatz).<br />
<br /></br><br />
Dem lag der Sachverhalt zugrunde, dass die Gemeinde im Mai 2006 beschloss, einen Bebauungsplan aufzustellen. An der Beschlussfassung nahm das befangene Mitglied zwar nicht teil. Das befangene Gemeinderatsmitglied verblieb aber bei der Beratung und Beschlussfassung am Sitzungstisch. Im April 2007 wurde dann der Bebauungsplan als Satzung beschlossen. Hier nahm das befangene Mitglied weder an der Beratung noch an der Beschlussfassung teil.</p>
<p>Das OVG Koblenz f&uuml;hrt dazu aus:</p>
<blockquote><p>&#8220;¦<br />
Dass der Beschluss des Gemeinderates &uuml;ber die Aufstellung des Bebauungsplans gem. § 2 Abs. 1 S. 1 BauGB mit Verfahrensfehlern behaftet ist, weil nach § 22 RhPfGO ein ausgeschlossenes Mitglied bei der Beratung und Beschlussfassung am Sitzungstisch verblieben ist, &auml;ndert hieran nichts. F&uuml;r das Zustandekommen eines Bebauungsplans ist bundesrechtlich ein rechtswirksamer Satzungsbeschluss nach § 10 Abs. 1 BauGB ausreichend. Weitergehende Anforderungen sind auch aus dem rheinland-pf&auml;lzischen Landesrecht nicht abzuleiten. Eine unzul&auml;ssige Mitwirkung befangener Ratsmitglieder in einem fr&uuml;heren Verfahrensabschnitt kann allenfalls im Einzelfall Auswirkungen auf das nachfolgende Verfahren und auf dessen Ergebnis haben, es also mit einem fortwirkenden &#8211; dann aber materiellen &#8211; Fehler gleichsam &#8220;infizieren&#8221;.<br />
&#8220;¦</p></blockquote>


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		<title>Zur Wahl der Stellvertreter des B&#252;rgermeisters gem&#228;&#223; § 67 GO NRW</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 15:12:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sönke Nippel</dc:creator>
				<category><![CDATA[kommunalrechtliche Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Ausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[GO NRW]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Folgende Anfrage erhielt ich zur Wahl der stellvertretenden B&#252;rgermeister gem&#228;&#223; § 67 GO NRW: Sehr geehrter Herr Soenke-Nippel, Abs. 5 im § 58 der GO NRW besagt, dass sich im Wahlverfahren mehrere Fraktionen zusammenschlie&#223;en k&#246;nnen. Im § 67 Abs. 2 GO NRW fehlt dieser Hinweis. In div. Schulungen habe ich gelernt Gesetzestexte so zu lesen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Folgende Anfrage erhielt ich zur Wahl der stellvertretenden B&uuml;rgermeister gem&auml;&szlig; § 67 GO NRW:<br />
<br /></br></p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Soenke-Nippel, Abs. 5 im § 58 der GO NRW besagt, dass sich im Wahlverfahren mehrere Fraktionen zusammenschlie&szlig;en k&ouml;nnen.  Im § 67 Abs. 2 GO NRW fehlt dieser Hinweis. In div. Schulungen habe ich gelernt Gesetzestexte so zu lesen, wie sie geschrieben sind. Kann ich im Vergleich dieser beiden § den Schluss ziehen, dass ein Zusammengehen verschiedener Fraktionen bei der Wahl der stellv. BM in § 67 nicht m&ouml;glich ist?<br />
Herzlichen Dank im Voraus.</p></blockquote>
<p>Die gezogene Schlussfolgerung ist m. E. so zutreffend. Die Wahl zu den Stellvertretern des B&uuml;rgermeisters gem&auml;&szlig; § 67 Abs. 2 GO NRW in Verbindung mit § 50 Abs. 3 S. 3 GO NRW erlaubt im Rahmen des Wahlverfahrens keine Ber&uuml;cksichtigung von freiwilligen Fraktionszusammenschl&uuml;ssen.</p>
<p>In § 58 Abs. 5 S. 2 letzter Halbsatz GO NRW wird zur Wahl der Ausschussvorsitze ausdr&uuml;cklich die M&ouml;glichkeit genannt, dass sich mehrere Fraktionen zur Wahl zusammenschlie&szlig;en k&ouml;nnen.</p>
<p>Diese M&ouml;glichkeit wird in § 67 Abs. 2 GO NRW nicht ausdr&uuml;cklich benannt. Gem&auml;&szlig; § 67 Abs. 2 S. 2 GO NRW findet § 50 Abs. 3 S. 3 GO NRW entsprechende Anwendung. Nach § 50 Abs. 3 S. 3 GONRW sind die Wahlstellen auf die Wahlvorschl&auml;ge der Fraktionen und Gruppen des Rates nach der Reihenfolge der H&ouml;chstzahlen zu verteilen. § 50 Abs. 3 S. 3 GO NRW enth&auml;lt ausdr&uuml;cklich nicht die in § 58 Abs. 5 S. 2 letzter Halbsatz GO NRW genannte M&ouml;glichkeit zu einem &#8220;freiwilligen Fraktionszusammenschluss&#8221;. Daraus folgt m. E., dass die Wahl nicht &uuml;ber &#8220;freiwillige Zusammenschl&uuml;sse&#8221; au&szlig;erhalb von Parteien und W&auml;hlergruppen beeinflusst werden darf. § 50 Abs. 3 S. 3 GO NRW stellt &#8211; anders als § 58 Abs. 5 S. 2 GO NRW &#8211; ausdr&uuml;cklich auf das St&auml;rkeverh&auml;ltnis der im Gemeinderat vertretenen Parteien und W&auml;hlergruppen ab, wie es sich aus dem Votum der B&uuml;rger ergibt.</p>
<p>F&uuml;r dieses Ergebnis spricht auch, dass die Wahl der stellvertretenden B&uuml;rgermeisters durch § 67 Abs. 1 und 2 GO NRW vorgegeben ist. Es muss eine Wahl nach bestimmten Grunds&auml;tzen erfolgen. Nach § 58 Abs. 5 S. 1 GO NRW ist im Hinblick auf die Ausschussvorsitze aber auch eine Einigung m&ouml;glich, der allerdings von einem F&uuml;nftel der Ratsmitglieder widersprochen werden kann.</p>


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		<title>Noch einmal zum sachkundigen B&#252;rger und zu Rechten der Fraktionen</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 16:50:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sönke Nippel</dc:creator>
				<category><![CDATA[kommunalrechtliche Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Ausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[Fraktion]]></category>
		<category><![CDATA[GO NRW]]></category>
		<category><![CDATA[sachkundige Bürger]]></category>

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		<description><![CDATA[Jede Fraktion, die in einem Ausschuss nicht vertreten ist, ist berechtigt, f&#252;r diesen Ausschuss ein Ratsmitglied oder einen sachkundigen B&#252;rger, der dem Rat angeh&#246;ren kann, zu bestellen, § 58 Abs. 1 S. 7 GO NW. F&#252;r den Hauptausschuss, den Finanzausschuss und den Rechnungspr&#252;fungsausschuss besteht die Regelung, dass diesen Aussch&#252;ssen nur Ratsmitglieder angeh&#246;ren d&#252;rfen, § 58 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jede Fraktion, die in einem Ausschuss nicht vertreten ist, ist berechtigt, f&uuml;r diesen Ausschuss ein Ratsmitglied oder einen sachkundigen B&uuml;rger, der dem Rat angeh&ouml;ren kann, zu bestellen, § 58 Abs. 1 S. 7 GO NW.<br />
<br /></br><br />
F&uuml;r den Hauptausschuss, den Finanzausschuss und den Rechnungspr&uuml;fungsausschuss besteht die Regelung, dass diesen Aussch&uuml;ssen nur Ratsmitglieder angeh&ouml;ren d&uuml;rfen, § 58 Abs. 3 S. 1 GO NW i. V. m. § 59 GO NW.</p>
<p>F&uuml;r den Jugendhilfeausschuss gilt § 58 Abs. 1 S. 7 GO NW nicht. Das Recht nach § 58 Abs. 1 S. 7 GO NW stellt sich zwar als wehrf&auml;higes Recht im Organstreitverfahren dar. Aber in § 5 AG KJHG NW in Verbindung mit der M&ouml;glichkeit der Gestaltung durch Satzung (vgl. § 5 Abs. 3 AG KJHG NW) ist die Zugeh&ouml;rigkeit beratender Mitglieder abschlie&szlig;end geregelt. Eine Fraktion kann also einen &#8220;sachkundigen B&uuml;rger&#8221; nicht ohne Weiteres nicht in den Jugendhilfeausschuss &#8220;dr&uuml;cken&#8221;.</p>
<p>Schlie&szlig;lich ist bei der Besetzung der Aussch&uuml;sse mit sachkundigen B&uuml;rgern auch zu beachten, dass die Zahl der sachkundigen B&uuml;rger die der Ratsmitglieder nicht &uuml;bersteigen darf, § 58 Abs. 3 S. 3 GO NW.</p>
<p>Vgl. auch den Artikel &#8220;Der sachkundige B&uuml;rger in der Gemeindeordnung&#8221; (Link: Artikel hier im Forum <a title="Artikel hier im Forum" href="http://www.anwalt-und-kommunalrecht.de/2009/08/11/der-sachkundige-buerger-in-der-gemeindeordnung/">&#8220;Der sachkundige B&uuml;rger in der Gemeindeordnung&#8221;</a>).</p>


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		<title>Noch einmal zur Befangenheit von Ausschuss- und Ratsmitgliedern</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 08:34:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sönke Nippel</dc:creator>
				<category><![CDATA[kommunalrechtliche Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Ausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[Befangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[GO NRW]]></category>
		<category><![CDATA[Mitwirkungsverbot]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier im Forum wurde die Frage aufgeworfen, ob ein Ratsmitglied, welches als Freiberufler mit einem Planungsb&#252;ro f&#252;r Bau- und Stra&#223;enbau t&#228;tig ist und ganz erheblich von der Kommune mit Auftr&#228;gen bedacht wird, &#252;berhaupt in den Bauausschuss gew&#228;hlt werden darf (Link: Ausschlie&#223;ungsgr&#252;nde &#8211; Mitwirkungsverbot und Befangenheit). Dreh- und Angelpunkt ist m. E. der Begriff des unmittelbaren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier im Forum wurde die Frage aufgeworfen,  ob ein Ratsmitglied, welches als Freiberufler mit einem Planungsb&uuml;ro f&uuml;r Bau- und Stra&szlig;enbau t&auml;tig ist und ganz erheblich von der Kommune mit Auftr&auml;gen bedacht wird, &uuml;berhaupt in den Bauausschuss gew&auml;hlt werden darf (Link: <a href="http://www.anwalt-und-kommunalrecht.de/2009/07/29/ausschlieszungsgruende-mitwirkungsverbot-und-befangenheit/">Ausschlie&szlig;ungsgr&uuml;nde &#8211; Mitwirkungsverbot und Befangenheit</a>).<br />
<br /></br><br />
Dreh- und Angelpunkt ist m. E. der Begriff des unmittelbaren vor- oder Nachteils im Sinne des § 31 Abs. 1 GO NW. Hier gilt, dass der Begriff des unmittelbaren Vor- oder Nachteils weit auszulegen ist, damit auch schon der Anschein von Unkorrektheit in der kommunalen Arbeit vermieden wird.</p>
<p>Zwei Beispielsf&auml;lle aus der Rechtsprechung die sich mit dem Begriff der Befangenheit befassen, m&ouml;chte ich hier zur Beantwortung der aufgeworfenen Frage skizzieren:</p>
<p>1. Ein Urteil des VG Minden vom 24. August 1988 (10 K 645/88) befasste sich mit der Befangenheit eines Ratsmitgliedes und Vorsitzenden des Rechtsausschusses, der in einer Anwaltssoziet&auml;t arbeitete. In dem Rechtsausschuss wurde ein Baurechtsstreit er&ouml;rtert, den die Stadt gegen eine Firma f&uuml;hrte. Ein Mitglied aus der Soziet&auml;t des Ausschussvorsitzenden vertrat die Baufirma. Der Rat fasste schlie&szlig;lich den Beschluss, dass der Ausschussvorsitzende in der Angelegenheit als befangen gilt. Gegen den Beschluss klagte der Ausschussvorsitzende.</p>
<p>Das VG Minden f&uuml;hrte u. a. aus:</p>
<blockquote><p>&#8220;¦ Etwaige vom Rat in der Sache &#8220;¦ (Rechtsstreit zwischen der Stadt und der Baufirma) zu treffende Entscheidungen waren und sind n&auml;mlich geeignet, der (auch) vom Kl&auml;ger vertretenen Rechtsanwaltssoziet&auml;t des Kl&auml;gers einen unmittelbaren Vor- oder Nachteil zu bringen. Befangenheit in diesem Sinne ist anzunehmen, wenn bei einem ehrenamtlich t&auml;tigen B&uuml;rger ein individuelles Sonderinteresse gegeben ist, welches die auf einem Ausgleich &ouml;ffentlicher und privater Interessen beruhenden Entscheidungen des Gemeinderats beeintr&auml;chtigen und damit zugleich das Vertrauen der B&uuml;rger in eine am Wohl der Allgemeinheit orientierte und unvoreingenommene Kommunalverwaltung schw&auml;chen k&ouml;nnte. &#8220;¦</p>
<p>&#8220;¦ Ein in der Soziet&auml;t nicht mit dieser Angelegenheit befasster Rechtsanwalt ist als Ratsmitglied bei dieser Angelegenheit gem&auml;&szlig; § 23 NRW GO (alte Fassung) ausgeschlossen. &#8220;¦</p></blockquote>
<p>2. Ein Urteil des OVG M&uuml;nster vom 20. September 1983 (7 a NE 4/80) befasste sich mit der Unwirksamkeit eines Bebauungsplanes wegen Mitwirkung befangener Ausschuss- bzw. Ratsmitglieder, insbesondere mit der Mitwirkung eines sachkundigen B&uuml;rgers, der im Planungsgebiet Gewerber&auml;ume anmieten will im Planungsausschuss bzw. der Mitwirkung eines Ratsmitgliedes, dessen Ingenieurb&uuml;ro mit Auftr&auml;gen im Zusammenhang mit der Planverwirklichung rechnen konnte.</p>
<p>Das OVG f&uuml;hrt aus:</p>
<p>- zu dem sachkundigen B&uuml;rger S, der im Planungsgebiet Gewerber&auml;ume anmieten wollte:</p>
<blockquote><p>&#8220;¦ Die Gesch&auml;ftslage der von der Ehefrau des Ausschussmitgliedes S in dem Haus betriebenen Modeboutique wird unmittelbar durch die Festsetzungen des Bebauungsplan beeinflusst, der die planungsrechtliche Absicherung der D-Stra&szlig;e als Fu&szlig;g&auml;ngerzone auf die Grundlage einer r&uuml;ckw&auml;rtigen Erschlie&szlig;ungsstra&szlig;e beinhaltet. Die mit diesem Planungskonzept verbundenen Vor- und Nachteile mussten nicht nur f&uuml;r den Eigent&uuml;mer des Grundst&uuml;cks D.-Stra&szlig;e, sondern auch f&uuml;r die Eheleute S als Mieter eines durch die Planung direkt betroffenen Ladenlokals von erheblicher Bedeutung sein. &#8220;¦</p>
<p>&#8220;¦ Die unter Verletzung des Mitwirkungsverbotes erfolgte Beteiligung des Ausschussmitgliedes S an der Ausschusssitzung schl&auml;gt deshalb auf das gesamte Planverfahren durch und stellt &#8220;¦ einen zur Unwirksamkeit des angefochtenen Bebauungsplanes f&uuml;hrenden Verfahrensfehler dar. &#8220;¦.</p></blockquote>
<p>- zur Mitwirkung des Ratsherrn K, der als Vorsitzender des Planungsausschusses und Ratsmitglied w&auml;hrend des Planaufstellungsverfahrens erheblichen Anteil am Zustandekommen des Bebauungsplanes hatte:</p>
<blockquote><p>&#8220;¦ Nach den f&uuml;r seine Mitwirkung vom Inkrafttreten des Ã&#8221;nderungsgesetzes vom 27. Juni 1978 an geltenden §§ 30 Abs. 2 S. 1 i. V. m. § 23 Abs. 1 NRW GO 1978 war er als Ausschuss- und Ratsmitglied von der Mitwirkung ausgeschlossen, weil die Entscheidung &uuml;ber den Bebauungsplan ihm selbst einen unmittelbaren Vorteil bringen konnte &#8211; den er im &Uuml;brigen durch den sp&auml;teren Erschlie&szlig;ungsauftrag auch tats&auml;chlich erhalten hat. Zwar liegt beim Ratsherrn K keine Interessenkollision in Bezug auf eine durch den Bebauungsplan beeinflusste Grundst&uuml;cksnutzung vor. Einen unmittelbaren Vorteil im Sinne eines individuellen Sonderinteresses konnte er aber deshalb erlangen, weil er sich als Gesellschafter der Ingenieurgesellschaft G und K durch ein Zustandekommens des Bebauungsplans beruflich-wirtschaftliche Vorteile versprechen konnte. &#8220;¦</p>
<p>&#8220;¦ Angesichts der besonderen Gesch&auml;ftsbeziehungen der Ingenieurgesellschaft G und K zur Stadt konnte jedenfalls dieses Ingenieurb&uuml;ro konkret damit rechnen, mit der Planung und Durchf&uuml;hrung von Erschlie&szlig;ungsma&szlig;nahmen zur Verwirklichung des streitigen Bebauungsplans beauftragt zu werden; &#8220;¦</p></blockquote>
<p>3. Schlussendlich bleibt also noch einmal festzuhalten, dass der Begriff des unmittelbaren Vorteils im Sinn des § 31 Abs. 1 GO NW weit auszulegen. Schon &#8220;der b&ouml;se Anschein&#8221; soll vermieden werden.</p>
<p>In Beantwortung der von &#8220;eifelmaen&#8221; ausgesprochenen Fragen kann also nur ausgef&uuml;hrt werden:</p>
<p>Das Verlassen des Raums ist immer angesagt, wenn auch nur &#8220;ansatzweise&#8221; Sonderinteressen betroffen sein k&ouml;nnten.</p>
<p>Die M&ouml;glichkeit der Mitarbeit im Bauausschuss k&ouml;nnte also f&uuml;r den Fragesteller eifelmaen insbesondere bei einer gro&szlig;en Anzahl von erhaltenen Auftr&auml;gen erheblich gest&ouml;rt sein. Ob es deshalb f&uuml;r &#8220;eifelmaen&#8221; Sinn macht, sich &uuml;berhaupt in den Bauausschuss w&auml;hlen zu lassen, sollte durchaus &uuml;berlegt werden. </p>
<p>Andererseits w&auml;re es m. E. nat&uuml;rlich auch &#8220;schade&#8221;, Sachverstand einfach brach liegen zu lassen, nur weil ein &#8220;b&ouml;ser Anschein&#8221; vermieden werden soll!</p>


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		<title>Der sachkundige B&#252;rger in der Gemeindeordnung</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 20:32:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sönke Nippel</dc:creator>
				<category><![CDATA[kommunalrechtliche Fälle]]></category>
		<category><![CDATA[Ausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[Beirat]]></category>
		<category><![CDATA[ehrenamtliche Tätigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[GO NRW]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptsatzung]]></category>
		<category><![CDATA[sachkundige Bürger]]></category>

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		<description><![CDATA[Gem&#228;&#223; § 58 Abs. 3 GO NW k&#246;nnen sich die Aussch&#252;sse der Mitarbeit sog. &#8220;sachkundiger B&#252;rger&#8221; bedienen. Diese M&#246;glichkeit soll den Aussch&#252;ssen dazu dienen, zus&#228;tzlichen Sachverstand einzuholen. Die sachkundigen B&#252;rger werden &#8211; wie die Ratsmitglieder &#8211; in die Aussch&#252;sse gew&#228;hlt, § 58 Abs. 4Â  i. V. m. § 50 Abs. 3 GO NW. Die entsprechenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gem&auml;&szlig; § 58 Abs. 3 GO NW k&ouml;nnen sich die Aussch&uuml;sse der Mitarbeit sog. &#8220;sachkundiger B&uuml;rger&#8221; bedienen. Diese M&ouml;glichkeit soll den Aussch&uuml;ssen dazu dienen, zus&auml;tzlichen Sachverstand einzuholen. Die sachkundigen B&uuml;rger werden &#8211; wie die Ratsmitglieder &#8211; in die Aussch&uuml;sse gew&auml;hlt, § 58 Abs. 4Â  i. V. m. § 50 Abs. 3 GO NW. Die entsprechenden Abs&auml;tze des § 58 GO NW sind unten auszugsweise abgedruckt.</p>
<p>In der Praxis werden Positionen von &#8220;sachkundigen B&uuml;rgern&#8221; dazu genutzt, verdiente Funktion&auml;re sinnvoll einzusetzen bzw. zu versorgen oder auch eifrige Nachwuchskr&auml;fte auf die Arbeit im Rat vorzubereiten. Sachkundige B&uuml;rger haben in der Regel Anspr&uuml;che auf Entsch&auml;digungen.</p>
<p>Den sachkundigen B&uuml;rger gibt es z. B. gem&auml;&szlig; der Hauptsatzung der Stadt Remscheid (Link: <a title="Hauptsatzung Remscheid" href="http://www.remscheid.de/Shopdokumente/3-100.pdf" target="_blank">Hauptsatzung Remscheid</a>) auch f&uuml;r verschiedene Beir&auml;te. So nennt die Hauptsatzung in Remscheid den Ausl&auml;nderbeirat gem&auml;&szlig; § 27 GO NW (Abschnitt V der Hauptsatzung), den Seniorenbeirat, den Behindertenbeirat und den Jugendrat (Abschnitt V der Hauptsatzung, 19.1. bis 19.4.). Bei den Beir&auml;ten handelt es sich in der Regel nicht um Aussch&uuml;sse, sondern um informelle Gremien zur politischen Vorkl&auml;rung der Willensbildung im Rat.</p>
<blockquote><p><strong>§ 58 GO NRW Zusammensetzung der Aussch&uuml;sse und ihr Verfahren</strong></p>
<p>&#8230;</p>
<p>(1) &#8230; Fraktionen, die in einem Ausschuss nicht vertreten sind, sind berechtigt, f&uuml;r diesen Ausschuss ein Ratsmitglied oder einen sachkundigen B&uuml;rger, der dem Rat angeh&ouml;ren kann, zu benennen. Das benannte Ratsmitglied oder der benannte sachkundige B&uuml;rger wird vom Rat zum Mitglied des Ausschusses bestellt. Sie wirken in dem Ausschuss mit beratender Stimme mit. Bei der Zusammensetzung und der Berechnung der Beschlussf&auml;higkeit des Ausschusses werden sie nicht mitgez&auml;hlt. Ein Ratsmitglied hat das Recht, mindestens einem der Aussch&uuml;sse als Mitglied mit beratender Stimme anzugeh&ouml;ren. Die S&auml;tze 8 bis 10 gelten entsprechend.</p>
<p>(3) Zu Mitgliedern der Aussch&uuml;sse, mit Ausnahme der in §Â 59 vorgesehenen Aussch&uuml;sse, k&ouml;nnen neben Ratsmitgliedern auch sachkundige B&uuml;rger, die dem Rat angeh&ouml;ren k&ouml;nnen, bestellt werden. Zur &Uuml;bernahme der T&auml;tigkeit als sachkundiger B&uuml;rger ist niemand verpflichtet. Die Zahl der sachkundigen B&uuml;rger darf die Zahl der Ratsmitglieder in den einzelnen Aussch&uuml;ssen nicht erreichen. Die Aussch&uuml;sse sind nur beschlussf&auml;hig, wenn die Zahl der anwesenden Ratsmitglieder die Zahl der anwesenden sachkundigen B&uuml;rger &uuml;bersteigt. Sie gelten auch insoweit als beschlussf&auml;hig, solange ihre Beschlussunf&auml;higkeit nicht festgestellt ist. Die Aussch&uuml;sse k&ouml;nnen Vertreter derjenigen Bev&ouml;lkerungsgruppen, die von ihrer Entscheidung vorwiegend betroffen werden und Sachverst&auml;ndige zu den Beratungen zuziehen.</p>
<p>(4) Als Mitglieder mit beratender Stimme k&ouml;nnen den Aussch&uuml;ssen vollj&auml;hrige sachkundigeÂ Einwohner angeh&ouml;ren, die in entsprechender Anwendung des §Â 50 Abs.Â 3 zu w&auml;hlen sind. Im &Uuml;brigen gilt AbsatzÂ 3 SatzÂ 1 und 2 entsprechend.</p>
<p>&#8230;</p></blockquote>


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